Im Rahmen des Erasmus+-Austausch-Programms sind wir, elf Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, vom 17.3 – 22.3.2026 nach Portugal zu unseren Austauschpartnern aus der Garcia de Orta, einer Schule in Porto, gereist. Die EU, genauer gesagt Erasmus+, hat unseren Austausch komplett finanziert! Danke!
Im Dezember hatten wir uns das erste Mal kennengelernt, als die Portugiesen mit zwei Lehrkräften eine Woche hier in Mainz waren. Jetzt kam der Gegenbesuch: Wir haben in Portugal nicht nur die Schule besucht, zusammen an einem Projekt gearbeitet und Ausflüge zu interessanten und einzigartigen Orten unternommen, sondern auch gemeinsam erinnerungswerte Momente erschaffen.
Projektarbeit – Schon in Deutschland begann die Arbeit an unserem umfangreichen Projekt, die sich dann in Portugal fortsetzte. Jeweils zwei Deutsche und zwei Portugiesen arbeiteten zusammen. Es gab einen methodischen und einen inhaltlichen Schwerpunkt.
Inhaltlich suchten wir uns als Gruppe folgende Forschungsfragen aus: „Is democracy at risk?“, „How does AI change the environment?“, „How does climate change affect endangered species?“, „How does packaging affect climate change?“ und „How can young people vote responsibly? – Youth involvement in politics: a comparison between Germany and Portugal“.
Methodisch war das Projekt so aufgebaut, dass wir zu unserem Thema drei Produkte erstellt haben. Hierbei ging es um Kommunikation und Medien, wie die Menschheit von Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks zur heutigen Technologie kam: „From Gutenberg zu Gemini – A European Journey through Media“. Die Ergebnisse unsere Forschungsfrage verbunden mit einer klaren Message stellten wir deshalb auf drei verschiedene Art und Weisen dar: aus der Vergangenheit – ein historisches Pamphlet/Poster; aus der Gegenwart – eine Fernseh-Reportage oder ein Podcast und für die Zukunft – drei Social Media Posts.Die Arbeit war anstrengend und wir mussten so viele komplizierte Sachen auf Englisch besprechen, aber alle Gruppen schafften es und wurden zur Präsentation am Ender der Woche fertig.
TV Station – Gleich am Montag hatten wir die Chance ins portugiesische Fernsehen und Radio zu schnuppern, nämlich im RTP – Rádio e Televisão de Portugal. Das war super, da wir in unseren gemeinsamen Projekten entweder einen Podcast oder eine Fernsehreportage machen mussten. Angekommen informierte der Guide uns über die Geschichte des Fernsehens und Radios und die verschiedenen populären Fernsehsendungen. Zwei davon wurde gerade live im Studio gedreht. Bei der Nachrichtensendung durften wir im Live-Studio zusehen und hatten große Angst, unabsichtlich ein Geräusch zu machen. Das Highlight war, dass wir in der anderen Live-Sendung, einer Art Morgenmagazin, als Gäste aufgetreten sind. Wir wurden mit einigen Sportübungen überrascht und haben einen Auftritt von „Fado“ Musikern erlebt. Insgesamt ein sehr schönes Erlebnis mit lustigen Erinnerungen. Wer kann schon von sich behaupten, live im portugiesischen Frühstücksfernsehn gewesen zu sein?
Bolhão Market – Ein besonderes Merkmal von Porto ist der Bolhão Market, den wir gemeinsam besucht haben. Er ist der größte Markt in Porto und besteht aus vielen kleinen Stände. Kommuniziert wird hier natürlich auch ganz anders, was wir für unser Projekt nutzen konnten. Dort kriegt man alles, was das Herz begehrt: Obst, Fisch, Blumen und alles andere. Wir haben uns an einem Stand Smoothies und frische Früchte gekauft.
Town Hall – Im Rathaus von Porto, das der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich ist, haben wir eine Führung bekommen. Wir gingen auf das Dach und hatten einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Im offiziellen Plenarsaal des Stadtrats ging es um die Kommunikation zwischen den verschiedenen Parteien und um die Kommunikation nach außen. Am Ende nahmen wir sogar Gastgeschenke der Stadt Porto mit nach Hause.
Clérigo Tower – Während unseres Schüleraustauschs in Porto machten wir einen Ausflug zum berühmten Clérigo Tower. Dort fand gerade eine Comic-Ausstellung zum Thema „War and Peace“ statt, wo internationale Künstler ihre Perspektiven zum Thema ganz unterschiedlich kommunizierten. Auch hier diskutierten wir unser Projektthema, mit welchen Medien man wie kommuniziert. Bevor wir den Turm bestiegen, schauten wir uns noch die dazugehörige Kirche an, die ebenfalls sehr schön war. Gemeinsam stiegen wir danach die vielen Stufen hinauf und genossen oben eine beeindruckende Aussicht über die Stadt. Es war anstrengend, aber auch sehr spannend.
Schule – In der Schule Garcia de Orta waren wir zum Arbeiten in Kleingruppen an unserem Projekt und zum Essen manchmal. Es gab sehr viele Gebäude und einen großen Campus. Dort durften wir auch einmal in den portugiesischen Unterricht mit. In manchen Klassen wurde sehr viel Stoff gemacht, in anderen eher weniger. Durch die Mensa-Erfahrung wurden wir sehr dankbar für unsere eigene Mensa. Insgesamt fanden wir es eine sehr schöne Schule.
Fußballstadion – Das Museum über die Mannschaft und das Stadion war sehr schön und ausführlich gestaltet. Das Stadion an sich war sehr imposant, mit über 50.000 Sitzplätzen. Es war anders als viele deutsche Stadien mit fast keinem Dach, also sehr offen, drehenden Bildschirmen und keinen Stehplätzen in der Kurve. Wir durften sogar in die Spielerkabine der Auswärtsmannschaft, in der 2 Tage später der VfB Stuttgart zu Gast war. Alles in allem war die Tour sehr interessant und schön anzusehen.
Surfen – Am Mittwochmorgen stand Surfen auf dem Plan. Für fast alle war es das erste Mal auf dem Brett, doch die Erfolgsquote war hoch: Fast alle schafften es, stabil aufzustehen! Der Spaß kam dabei nie zu kurz. Einige waren so motiviert, dass sie sich nachmittags direkt wieder Bretter ausliehen.
Beach Clean Up – Am gleichen Tag nachmittags hatten wir zudem auch noch die Ehre den Porto Strand zu säubern. Dafür würden wir mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet, gaben dann alles beim Sammeln und am Ende kam einiges an Müll zusammen von diesem Strand, der auf den ersten Blick doch ganz sauber schien. Ein paar Projekt-Gruppen befassten sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ oder „Umweltschutz“ und so passte der Beach Clean Up gut zum Projekt. Erfreulicherweise wurden wir nach getaner Arbeit mit Eis und portugiesischem Gebäck belohnt und verbrachten danach den restlichen Tag bis Sonnenuntergang mit der ganzen Gruppe am Strand.
JN Newspaper – Am Donnerstag wurde noch weiter inhaltlich gearbeitet. Wir durften eine Besichtigung mit einer Führung durch die Hauptzentrale einer der wichtigsten Zeitungen Portos, dem „Jornal de Notícias” (kurz: JN), machen. Dort erzählte uns der Chef-Redakteur, wie die Recherche vor Ort und außerhalb abläuft und wie vorgegangen wird, um Informationen zu überprüfen. Wichtiger Fokus waren also Fake News. Eindringlich warnte er uns, nicht alles zu glauben, was wir auf den sozialen Medien tagtäglich zu sehen bekommen und immer eine vertrauliche Quelle zu kontaktieren. Wir diskutierten auch den Rechts-Rutsch in der Gesellschaft, sowohl in Portugal, als auch in Deutschland und in den USA. Das war vor allem für die Projektgruppen, die das Thema „Demokratie“ gewählt hatten, sehr spannend. Insgesamt war die Führung außerordentlich lehrreich.
Evora Cathedral – Die Kathedrale ist super beeindruckend gebaut und hat überall sehr eindrucksvolle, portugiesische Fließen mit Gemälden darauf. Insgesamt war es mal was anderes zu unseren Kirchen. Außerdem gibt es vom Turm aus einen großartigen Ausblick über Porto.
Luiz Bridge – Nachdem wir am Montag mit der Bahn über die Luiz Bridge gefahren waren, haben wir am Donnerstag auch einen Spaziergang darauf gemacht. Und trotz einer großen Menschenmenge, vor allem deutscher Fans, aufgrund des obengenannten bevorstehenden Fußballspiels, konnten wir als Gruppe die schönen Aussichten auf den Douro Fluß und auf die tollen Häuser am Hang der Innenstadt von Porto genießen. Interessant waren auch die Gespräche, welche sich auf dieser Brücke ergaben.
Schokoladenmuseum – Auf der anderen Seite des Flusses, in Gaia, ging es dann zum Schokoladenmuseum. Das Interessanteste im Schokoladenmuseum waren die Erklärung der Geschichte und des Hintergrunds der Schokolade, der Besuch von Mitarbeitenden während der Arbeit und am Ende die Probe der Schokoladenbohne (ganz pur, ohne Zucker schmeckte die Schokolade den meisten nicht gut, andere waren begeistert). Die verschiedenen Geschmäcker von Schokoladentafeln kamen da schon besser an. Inhaltlich konnten vor allem die Projekte mit dem Fokus „Nachhaltigkeit“ hier viel mitnehmen.
Abschluss – Am Freitag bereiteten wir die Präsentation unserer Projekte vor und dann war es so weit: Vor Publikum mussten wir unsere Ergebnisse vorstellen. Zum Schluss gab es viel Applaus und die zwei besten Gruppen haben einen Preis bekommen.
Freetime – Unsere Freizeit haben wir vielseitig entweder draußen oder drinnen bei unseren Austauschpartnern verbracht. Wir sind jeden Tag von morgens bis abends zusammen unterwegs gewesen. Am Strand haben wir Volleyball und Fußball gespielt oder die Sonnenuntergänge bewundert. In den Häusern und Wohnungen haben wir unsere Zeit zusammen mit Essen, Videospielen oder Musik hören verbracht und die Gemeinschaft sehr genossen. Durch interessante Unterhaltung sind wir uns näher gekommen und haben durch Diskussionen verschiedene Sichtweisen kennengelernt. Wir haben alle insgesamt für eine angenehme Atmosphäre gesorgt, die den Austausch so schön und unvergesslich gemacht hat.
Eine unvergessliche Zeit hatten:
Lynn, Arya, Elea, Phlau, Zoey, Lennert, Lina, Hannes, Johannah, Luca, David, Frau Deckert und Herr Schmahl


























