Itslearning

Sander-Catering

Vertretungsplan

Schulpulli

Mint
FLG-App

Vertretungsapp Android

Bewerte diese Homepage auf Schulhomepage.de!
Statistik
Online:
1
Besucher heute:
19
Besucher gesamt:
2.005.930
Zugriffe heute:
20
Zugriffe gesamt:
4.595.999
Besucher pro Tag: Ø
758
Zählung seit:
 

"Wir vergessen nicht"

12.11.

10.11.2012 - MAINZ.

Von Bernd Funke

SYNAGOGE Beeindruckende Gedenkstunde an Pogromnacht 1938 und jüdische Opfer

Eindrucksvoll gedachte Mainz am Freitag der direkten und späteren Opfer der Pogromnacht am 9. November 1938. Auch 74 Jahre später sei dieser Tag, seien die Verfolgung und der Versuch der Vernichtung allen jüdischen Lebens "eine offene Wunde im Kollektivbewusstsein", unterstrich Oberbürgermeister Michael Ebling in der Synagoge. Umso mehr freue er sich, dass Mainz wieder zur sichtbaren Heimat von Juden geworden sei. Am "Tag der Trauer und Mahnung" gelte es, so Ebling, sich daran zu erinnern, dass eine demokratische Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit sei, sondern täglich neu geschaffen werden müsse. Und der OB versprach: "Wir vergessen nicht!"

Zuvor erinnerte die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz, Stella Schindler-Siegreich, an die Nacht, in der die gerade einmal 26 Jahre alte Synagoge vom Nazi-Mob angezündet wurde, in der eingeschlagene Schaufensterscheiben ein erstes schreckliches Fanal waren. Und am Tag darauf wurde jeder zehnte jüdische Mann verhaftet und nach Dachau oder Buchenwald deportiert. "Wer zurück kam, war gebrochen und zur Ausreise bereit". Stella Schindler-Siegreich, die unter den rund sechs Millionen ermorderter Juden auch Familienangehörige zu betrauern hat, erinnerte aber auch daran, wie Mainzer Bürger 2009 erfolgreich einen Neo-Nazi-Aufmarsch verhinderten. Als "unerträglich" bezeichnete die Vorsitzende die pannenbehafteten Ermittlungen wegen zehnfachen Mordes gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU).

Der ganz besondere Dank der Gemeinde-Vorsitzenden galt der "Stolperstein AG" des Frauenlobgymnasiums, die unter Leitung von Mechthild Frey das Schicksal jüdischer Schülerinnen an der damaligen Höheren Töchterschule erforscht haben: "Sie haben den Opfern Lebendigkeit und Menschenwürde zurückgegeben." Anhand der Schicksale von Liesel Sieben, die 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurde und der Familie von Hannelore Baumgart, deren Leben ebenfalls von den Nazis ausgelöscht wurde, berichteten Schülerinnen von ihrer Arbeit: "Ursprünglich ging es um sechs Stolpersteine, mittlerweile sind es 18."

"Wie war es möglich, im Vernichtungslager am Glauben festzuhalten und göttliche Gebote zu erfüllen?", fragte Rabbiner Julien Chaim Soussan, fragte nach der "Vereinbarkeit des Glaubens an einen barmherzigen Gott und der Schoa" und versuchte, der Antwort näherzukommen. Und Soussan apellierte, dafür Sorge zu tragen, dass nicht nur das Judentum überlebe, sondern "dass der unseelige Geist nie wieder entstehen kann". In Deutsch und Hebräisch trug der Rabbiner das Totengebet "El male rachamim" (Gott voller Erbarmen) "für jeden Einzelnen der sechs Millionen Opfer" vor.

Umrahmt wurde die Gedenkstunde vom israelischen Stipendiaten der Mainzer Anni-Eisler-Lehmann-Stiftung, dem Geiger Eliron Cziger.

Zurück

Einen Kommentar schreiben