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Und findet doch keine Ruhe

16.04.

Allgemeine Zeitung vom 16.04.2013 - MAINZ

Von Rotraud Hock

LESUNG „Heinrich von Kleist am Rhein“ des früheren Mainzer Lehrers Johannes Hilgart

„Berühmte Künstler und Orte, an denen sie lebten“: das ist das Thema der neuen Buchreihe „Stationen“, die im Mitteldeutschen Verlag erscheint. Und bei solchen Stationen darf natürlich die Rhein-Main-Region nicht fehlen: „Heinrich von Kleist am Rhein“ heißt der zweite Band der neuen Reihe.

Geschrieben hat ihn Johannes Hilgart – einst Student in Mainz, später eine Zeitlang Lehrer am Frauenlob-Gymnasium. Er kennt also die Region und ihre Geschichte, und er kennt auch den Dichter – soweit man Heinrich von Kleist kennen kann, der sich oft genug selbst nicht zu kennen schien, wie Hilgart bei seiner Lesung im Landesmuseum kommentierte.

Drei umfangreiche Kleist-Biografien seien allein in den letzten Jahren neu erschienen; und noch immer gebe es viele ungeklärte Momente im Leben dieses Dichters, dessen Freunde seinen „traurigen Zustand“ und seine „fürchterliche Überspannung“ beklagen, wie Buchautor Johannes Hilgart aus einem Brief zitiert.

„Lustgarten der Natur“

Insofern kommt das Konzept der Reihe „Stationen“ dem Thema Kleist entgegen, denn hier sollen weder Künstlerbiografien noch soll regionale Geschichte geschrieben werden: Es geht vielmehr um die Berührungspunkte zwischen beidem – etwa wenn Heinrich von Kleist im Jahre 1800 von der Biebricher Höhe jubelnd auf das Rheintal hinunterblickt, diesen „Lustgarten der Natur, schön wie Italien!“

Sieben Jahre zuvor hatte er die Gegend bereits kennengelernt, als 16jähriger preußischer Soldat bei der Belagerung von Mainz im Krieg gegen die Franzosen. Nun aber sieht er die Welt mit anderen Augen – und findet doch keine Ruhe. Er bricht auf nach Paris, später bewirbt er sich um einen Platz in der Armee Napoleons, wird aber abgelehnt und kehrt dann vorübergehend nach Mainz zurück, wo er für ein paar Monate bei dem Arzt Georg Wedekind, einem der führenden Jakobiner in Mainz, Quartier bezieht.

Mainzer Stadtgeschichte

Das war in dem Haus Am Münsterplatz 2, und das gibt dem Autor dann Gelegenheit, sich wieder der Mainzer Stadtgeschichte am Beginn des 19. Jahrhunderts zuzuwenden – „der Glanz des Goldenen Mainz war endgültig dahin“.

Die doppelte Perspektive der Buchreihe „Stationen“, einerseits auf die berühmten Künstler gerichtet, andererseits auf die Orte, an denen sie lebten, ist durchaus reizvoll, und Johannes Hilgart wusste das auch zu nutzen.

Mit Hintergrundwissen, am besten in beiden Bereichen, kann man freilich deutlich mehr davon profitieren.

 

Anmerkung der Schule: Herr Hilgart ist noch immer Kollege am Frauenlob und wird es auch hoffentlich bleiben.

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