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Symbole gegen das Vergessen

06.02.

Allgemeine Zeitung vom 04.02.2015

In Hechtsheim verlegte Gunter Demnig die erste Stolperschwelle (l.), in der Innenstadt weitere 19 Stolpersteine, darunter einen in der Kaiserstraße 50 in Gedenken an Karl Goldschmidt.<br />	Fotos: hbz / Michael Bahr; Stefan Sämmer

In Hechtsheim verlegte Gunter Demnig die erste Stolperschwelle (l.), in der Innenstadt weitere 19 Stolpersteine, darunter einen in der Kaiserstraße 50 in Gedenken an Karl Goldschmidt.
Fotos: hbz / Michael Bahr; Stefan Sämmer

 
Von Katharina Weygold und Carina Schmidt

GEDENKEN Künstler Gunter Demnig verlegt in Hechtsheim eine Stolperschwelle und in der Innenstadt 19 Stolpersteine

MAINZ - Gunter Demnig war durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Nicht durch die Begleitmusik der Hechtsheimer Musikschule, auch nicht durch die rund 50 interessierten Zuschauer oder die Reden von Kulturdezernentin Marianne Grosse, Ortsvorsteher Franz Jung und Dr. Gudula Zeller, der Vorsitzenden des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte. Routiniert machte sich der Kölner Künstler ans Werk, ein Asphaltloch in der Hechtsheimer Synagogenstraße mit seiner Stolperschwelle inklusive Granitsteinen und einer schnell härtenden Betonmasse zu befüllen. An jener Stelle befand sich von 1844 bis 1938 die Synagoge der Hechtsheimer jüdischen Gemeinde.

Name zurückerhalten

 

Bereits im Juni 2013 hatte Demnig an sechs Orten insgesamt neun Stolpersteine zur Erinnerung an die vom Regime der Nationalsozialisten deportierten und ermordeten jüdischen Bürger Hechtsheims verlegt. „Dadurch sind sie nicht mehr bloß Teil einer Statistik, sondern sie erhalten ihren Namen, ihren Wohnort und ihre Geschichte zurück“, sagte Kulturdezernentin Grosse. Die Verlegung einer Stolperschwelle sei insofern etwas Besonderes, dass es sich neben 115 Stolpersteinen in Mainz um die erste Schwelle handelt. Dass dies in Hechtsheim umgesetzt werden konnte, sei den Mitgliedern des Vereins Hechtsheimer Ortsgeschichte zu verdanken. „Es ist uns ein besonderes Anliegen, all jene in unserer Stadt in ihrem Bemühen zu unterstützen, dass wir uns zu unserer Verantwortung im Umgang mit unserer eigenen Geschichte bekennen“, betonte Grosse.

Auch Ortsvorsteher Jung zeigte sich dankbar für das Engagement des Geschichtsvereins: „Es ist wichtig, immer wieder gemahnt zu werden, welches Unrecht jenen Menschen auch in Mainz wiederfahren ist, indem ihnen alles genommen wurde.“

Bereits am Vormittag hatte Gunter Demnig an acht Stellen in der Innenstadt 19 Stolpersteine verlegt. „Die Steine machen heute sichtbar, was damals im Dunkeln gehalten wurde“, sagte Martin Steinmetz, der im Kulturamt dafür zuständig ist, die Verbindung zwischen dem Künstler und Bürgern herzustellen, die Stolpersteine verlegen lassen möchten. Dr. Tillmann Krach hatte die Verlegung des ersten Steines initiiert, um an seinen Urgroßonkel Karl Goldschmidt und dessen Schicksal zu erinnern. Den Stein setzte Demnig vor dem Wirtschaftsministerium in der Kaiserstraße 50 ein, wo Goldschmidt bis 1942 gewohnt hatte. Die rheinlandpfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und Brian Huck, Ortsvorsteher der Altstadt, begleiteten die Verlegung.

Weitere Stolpersteine verlegte Demnig auf der Hinteren Bleiche, dem Bischofsplatz, in der Mitternachtsgasse, der Großen Langgasse, der Walpodenstraße und der Josefstraße. 16 der Steine erinnern an ehemalige Schülerinnen des Frauenlob-Gymnasiums, deren Stolperstein-AG die Erinnerung an sie wach hält.

 

 

 

 

Am  3.2. 15 fand eine Stolpersteinverlegung für fünf ehemalige Schülerinnen und ihre Familienangehörigen statt. Die Verlegungen begann um 9 Uhr in der Kaiserstr.50 (ehem.).

Gegen 9.40 Uhr wurden die ersten drei Steine für Lea Zitronenbaum und ihre Eltern in der Hinteren Bleiche 32 verlegt, gegen 11 Uhr die Steine für Doris Schönberger, ihre Mutter und ihre Tanten (Walpodenstraße 5) sowie für Hannelore Metzger und ihre Mutter (Walpodenstraße 6), für Edith Grünewald und ihre Eltern (zwischen 12 Uhr und 12.30 Uhr in der Mitternachtsgasse 2 und zuletzt für Ruth London, ihren Bruder Max und ihre Eltern in der Josefsstr.71 (wahrscheinlich gegen 13 Uhr)

Wir danken ganz herzlich allen, die durch ihren Einsatz die Finanzierung der Steine ermöglicht haben. (So haben z.B. die Klasse 6d durch einen Verkauf von Selbstgebasteltem beim Weihnachtskonzert und die Klasse 7c durch Gesangsdarbietungen in der Fußgängerzone „eigene“ Steine übernehmen können und auch die anderen beiden 7.Klassen haben uns großzügig unterstützt.)

Zu der Stolpersteinverlegung gibt es eine kleine Ausstellung im Foyer im zweiten Stock des Hauptgebäudes. Dort kann man mehr über die jüdischen Schülerinnen, ihre Familien und ihr Schicksal erfahren.

Wir freuen uns über jeden Besucher, jede Besucherin der Stolpersteinverlegung und der Ausstellung!

 

Die Stolperstein-AG

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