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Nach dem Abitur einfach mal raus

12.11.

10.11.2012 - HEIDESHEIM/VANCOUVER.

Von Andreas Riechert

REISE Yanis Taege aus Heidesheim verbringt ein Jahr in Nordamerika und verdient seinen Lebensunterhalt auf Farmen

HEIDESHEIM/VANCOUVER. Nach dem Abitur einfach mal rauskommen. Weit weg sein von Zuhause und jede Menge spannende Abenteuer im fernen Kanada erleben. Genau das wollte Yanis Taege. Seit rund anderthalb Monaten ist der 20-jährige Heidenfahrter nun bereits in Nordamerika unterwegs, kriegt den Alltag von Farmern hautnah mit, arbeitet in Hotels im Servicebereich, erkundet faszinierende Metropolen wie Vancouver und besucht grandiose Naturschauplätze.

Physikstudium muss warten

Und all das ist nur der Auftakt zu einer wahrlich spannenden Zeit, die dem angehenden Physikstudenten noch bevorsteht. Zwischen Schulabschluss und Beginn des Studiums an der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität im Wintersemester 2013/14 hat Taege ein sogenanntes WWOOF-Jahr eingestreut. WWOOF (Englisch = Winning workers on organic farms) bietet jungen Menschen die Chance, mit ökologischen Höfen Kontakt aufzunehmen, um dort im Tausch gegen Kost und Logis mitzuhelfen. Das weltweite Projekt ermöglicht es dem 20-Jährigen nicht nur, wertvolle Einblicke in den Alltag vom Leben auf dem Land zu erhalten, sondern zugleich eine Unterkunft und Mahlzeit gewährleistet zu bekommen.

"Man arbeitet immer ein paar Stunden auf der Farm, den Rest der Zeit kann man die Umgebung erkunden", berichtet Yanis Taege gegenüber der AZ. Nach seiner Ankunft in Kanada verbrachte er zunächst einige Tage in der pulsierenden Olympiastadt Vancouver, ehe es ihn nach Vancouver Island verschlug, wo er mitten in der Natur campte. Im Anschluss ging's für zwei Wochen auf eine Farm in Westholem, wo der Einser-Abiturient keinen gewöhnlichen Bauernhof vorfand. "Die Farm gibt es erst seit ein bis zwei Jahren. Vieles war noch nicht fertig. Und da die Farm an einem Berghang liegt, hatten wir viel mit Erosion zu kämpfen", schildert Yanis Taege die Unwägbarkeiten.

Nicht zuletzt deshalb gehörten weniger die klassischen Farmeraufgaben wie Ernten und Unkraut jäten zu seinem Tätigkeitsfeld, sondern vielmehr Zimmermannsarbeit. "Ich habe zum Beispiel einen Hühnerstall gebaut und die Unterkünfte für die Tiere winterfit gemacht", erzählt der Abenteurer, der sich bei seiner Gastfamilie sehr wohl gefühlt hat. So durfte er etwa die Ehefrau des Farmers - eine Sanitäterin - nach Victoria begleiten und einen Tag in der Rettungsleitstelle der Hauptstadt von British Columbia verbringen. Beim traditionellen Truthahnessen an Thanksgiving war Taege natürlich auch mit von der Partie.

Mittlerweile ist der Reiselustige nach Alberta in den Rocky Mountains weitergezogen, hat dort Job und Unterkunft gefunden und arbeitet als Housekeeper in einem Hotel. Doch auch das soll nur eine Zwischenstation sein. "In den Wintermonaten möchte ich mir genügend Geld erarbeiten, damit ich mir hier danach mit einem Kumpel ein Auto kaufen kann und wir einen echten Roadtrip machen können", blickt der Student in spe voraus. Wenn es soweit ist, soll es von Vancouver die Westküste entlang bis nach San Francisco gehen und danach hoch nach Alaska.

"Das ist schon eine recht große Tour. Aber ich freue mich drauf", sagt Taege, der seinen Traum vom englischsprachigen Ausland seit der Oberstufe unbedingt verwirklichen wollte. In Kanada hält er unter anderem über einen Blog Kontakt zu Freunden und Familie in Heidenfahrt. Obwohl die rheinhessische Heimat mehrere Tausend Kilometer entfernt ist, fühlt er sich nicht einsam. "Zum einen reist ein Kumpel parallel mit -, auch wenn ich keine Ahnung habe, wo er sich im Moment rumtreibt - und zum anderen lernt man hier relativ schnell neue Leute kennen. Das Alleinsein ist also kein großes Problem", betont der 20-jährige Weltenbummler und lächelt zufrieden.

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