Itslearning

Sander-Catering

Vertretungsplan

Schulpulli

Mint
FLG-App

Vertretungsapp Android

Bewerte diese Homepage auf Schulhomepage.de!
Statistik
Online:
1
Besucher heute:
2
Besucher gesamt:
2.000.858
Zugriffe heute:
2
Zugriffe gesamt:
4.590.469
Besucher pro Tag: Ø
812
Zählung seit:
 

AZ: FLG-Schüler nominierten Herrn Heiderich

14.12.

Allgemeine Zeitung vom 13.12.14

Frauenlob-Schüler sorgen dafür, dass ihr Lehrer Jens F. Heiderich einen Bundespreis bekommt / Lob für innovative Unterrichtsmethoden

Einer, der seine Schüler mitunter auch ordentlich fordert, aber dennoch beliebt ist: Frauenlob-Lehrer Jens F. Heiderich. <br />	Foto: hbz/Stefan Sämmer

Einer, der seine Schüler mitunter auch ordentlich fordert, aber dennoch beliebt ist: Frauenlob-Lehrer Jens F. Heiderich. 
Foto: hbz/Stefan Sämmer

 
Von Kirsten Strasser

MAINZ - Angefangen hat alles – natürlich – in der Schule. Jens F. Heiderich war damals ein kleiner Junge, ein Kind vom Land. Vierter Sohn einer Familie, die in dem Örtchen Breitenheim am äußersten Rand des Landkreises Bad Kreuznach eine Gaststätte betrieb.

Jens durfte aufs Gymnasium, nach Meisenheim. Anfangs glänzte der Bub dort im Fach Deutsch nicht gerade mit guten Noten. Dann, beim Wechsel in die siebte Klasse, bekam er einen neuen Lehrer, der ihn ein wenig ängstigte – kündigte dieser doch an, einen anspruchsvollen Unterricht zu machen und seinen Schülern durchaus etwas abzuverlangen. Dabei, versprach der Pädagoge, werde er aber immer an ihrer Seite sein. „Dieser Mann, dieser Deutschlehrer“, sagt Jens F. Heiderich heute, „war ein Glücksfall für mich. Er hat mir eine neue Welt eröffnet – die Welt der Literatur.“

Und nicht nur das. Der Lehrer von damals – er hat wohl auch seinen Teil dazu beigetragen, dass Heiderich selbst Lehrer werden wollte und wurde.

Und zwar ein im Wortsinne ausgezeichneter: Kürzlich wurde der 36-Jährige, der am Mainzer Frauenlob-Gymnasium Deutsch und Französisch unterrichtet, in Berlin mit dem „Deutschen Lehrerpreis“ ausgezeichnet. Was ihn besonders freut: Nicht etwa andere Pädagogen haben ihn als besten unter vielen guten Lehrern herausgepickt. Nein, Schüler waren es, die ihren „Pauker“ für den Preis vorschlugen – und dies so überzeugend begründeten, dass die Jury gar nicht anders konnte, als den Mainzer in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ zum Sieger zu küren.

Was muss man aber tun, um als Lehrer von Schülern so gute Noten zu bekommen? Heiderich lacht: „Ich bin nicht dafür bekannt, Schülern gute Noten nachzuwerfen. Oder es ihnen leicht zu machen.“ Stattdessen sei er einer, der seine Pennäler fordert. Sie dazu ermuntert, sich eigene Gedanken zu machen, Dinge zu hinterfragen, auch mal unbequem zu sein.

„Wenn Schüler mit mehr Fragen aus dem Unterricht hinausgehen als sie hineingegangen sind, dann habe ich meistens was richtig gemacht.“ Auch vor Experimenten scheut Heiderich nicht zurück. Etwa wenn es darum geht, den Kindern Goethes Faust näherzubringen. Was ist das für ein Typ? Nur einer, der – „Habe nun, ach...“ – kapiert hat, dass er halt doch nicht mehr weiß als die anderen? Von wegen: Wenn die Schüler verschiedene Textzeilen von Fausts Eingangsmonolog parallel laut lesen, „da wird ihnen klar, was für eine zerrissene Seele das ist“. Und Faust wird plötzlich spannend.

Kein Wunder also, dass die Schüler – bewerten durften übrigens nur ehemalige Abiturienten, die die Schule bereits hinter sich haben – Heiderich für seine innovativen Unterrichtsmethoden lobten. Außerdem sei er, und das gefällt dem 36-Jährigen besonders gut – ein „lernender Lehrer“, urteilten die Schüler. Was das heißt? „Ich lerne ständig dazu“, lächelt Heiderich. „So war ich als junger Lehrer viel strenger, dachte, ich müsste mir mit Strenge Autorität verschaffen.“ Von diesem Ross ist der Pädagoge längst heruntergekommen: Autorität verschafft er sich durch Authentizität, Fairness – und eben spannenden Unterricht.

Liebe zur Literatur

Was ihn befähigt, ein guter Lehrer zu sein? Sicher immer noch jener herausragende Deutschlehrer in der siebten Klasse, der ihm nicht nur wegen der Begeisterung für Literatur, sondern auch wegen der Liebe zum Menschen ein Vorbild war. Außerdem sei es wichtig, immer wieder über den Tellerrand zu schauen, betont Heiderich: Schule dürfe nicht nur im eigenen Saft schmoren, Lehrer bräuchten ein „Leben draußen“. Für ihn ist das – neben dem Privatleben, in dem er gerne Sport treibt, reist oder Theater besucht – das universitäre Wirken. Er lehrt Fachdidaktik Deutsch mit den Schwerpunkten Literatur und Medien, war dafür teilabgeordnet an die Universität Trier. Zudem gibt er wissenschaftliche Schriften heraus und forscht. Dabei ist ihm natürlich die praktische Arbeit an der Schule eine große Hilfe – so wurde die Entwicklung der von ihm mitgegründeten Theaterkritik-AG am Frauenlob empirisch ausgewertet.

Empirie hin, Empirie her – mindestens genauso viel Spaß macht es Jens F. Heiderich, zu beobachten, wie sich die Schüler entwickeln, auch mit seiner Hilfe. Es ist ihm fast ein bisschen peinlich, fast zuviel des Lobes, aber er erzählt es dann doch: Über ein soziales Netzwerk, berichtet er, habe ein ehemaliger Schüler ihm eine Nachricht zukommen lassen – und zwar ausgerechnet einer, „der es mit mir nicht leicht gehabt hat, und ich nicht mit ihm. „Auch dank Ihnen“, schrieb nun dieser einstige Deutschschüler, „...bin ich der Mensch geworden, der ich heute bin.“ Und sowas, sagt Heiderich und muss schlucken, „ist einfach das größte Kompliment.“

Zurück

Einen Kommentar schreiben