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Anne Uersfeld (18) gilt als Schiedsrichter-Hoffnung

08.11.

19.10.2013 - WIESBADENER TAGBLATT

Von Tobias Radloff

„Also, so ein hitziges, hektisches Derby auf Augenhöhe mit viel Spannung in der Luft pfeif ich lieber, als so eine klares 15:0.“ Anne Uersfeld merkt man die Leidenschaft als Fußball-Schiedsrichterin an. Seitdem sie 13 Jahre alt ist, pfeift die Kastelerin und gilt als hoffnungsvolles Nachwuchstalent. In den vergangenen fünf Jahren leitete sie Jugendspiele, sowohl mit weiblichen als auch männlichen Mannschaften. Sie mag die Rolle des neutralen Vermittlers zwischen den emotionalen Fronten, der als Einziger den „kühlen Kopf“ bewahrt.

Dass sie dafür offensichtlich ein glückliches Händchen hat, konnte sie im Mai auf einem Turnier des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Duisburg unter Beweis stellen. Hier überzeugte sie die Schiedsrichter-Beobachter im Rahmen des U15-Juniorinnen-Länderpokals und durfte sich anschließend, über einen – wie sie selbst sagt – „persönlichen Aufstieg“ freuen: Seit Juli ist Anne Uersfeld mit ihren 18 Jahren als Schiedsrichter-Assistentin in der Zweiten Bundesliga der Frauen im Einsatz. Außerdem pfeift sie als Schiedsrichterin bei den Damen in der Regionalliga und bei den Männern in der Kreis-Oberliga. Dieser Erfolg macht sie ebenso stolz wie ihre Familie, insbesondere die Mutter, die ihre Tochter zu fast jedem Spiel fuhr, bis diese selbst einen Führerschein hatte.

„Richtig zusammenfalten“

Wer Anne Uersfeld auf der Straße begegnet, trifft auf eine junge, charmante und durchaus zurückhaltende Frau. „Das kann auf dem Platz aber mal ganz anders sein“, warnt sie. „Bei den Frauen muss man meistens eher erklären, aber die Männer muss ich teilweise schon mal richtig zusammenfalten.“ Solche Situationen entwickeln sich für die junge Nachwuchsschiedsrichterin zur Herausforderung, aber genau das sucht Anne Uersfeld, wie sie sagt. Außerdem wächst von Spiel zu Spiel ihr Selbstbewusstsein, wenn sie Entscheidungen durchsetzen und gegen teilweise emotional geladene Charaktere standhaft bleiben muss. „Wenn ich dann mal so einen 33-jährigen Mann ruhiggestellt bekomme, ist das für mich auch ein Erfolg.“

Die damit verbundene Machtposition des Schiedsrichters in einem Spiel bedeutet Anne Uersfeld allerdings ziemlich wenig: „Ich will ein Spiel leiten, nicht führen. Die Spieler sind die Hauptdarsteller auf dem Platz – ich will, so gut es geht, unauffällig bleiben.“ Das dürfte vielleicht ein Grund dafür sein, warum die 18-Jährige bis zuletzt sehr wenig Auseinandersetzungen mit Spielern hatte. In ihrer bisherigen Karriere hat sie schließlich gerademal drei Rote Karten verteilt.

„Mein Bestes geben“

Anne Uersfeld spielt auch selbst Fußball. Mit fünf Jahren fing sie gemeinsam mit Schwester Esther an. In der Zukunft sieht sie ihre Karrierechancen allerdings eher als Schiedsrichterin, wobei sie im kommenden Jahr erst mal ihr Abitur abhaken möchte. Und danach? Anne Uersfeld hält sich mit ihren Träumen zurück: „Ich will mich nicht an Zielen festklammern. Ich bin jetzt erst einmal total dankbar für diese neue Aufgabe in der Zweiten Liga und will hier mein Bestes geben. Mal schauen, wie sich das Ganze dann weiterentwickelt.“

Bislang hat Anne Uersfeld die Jugendspiele übrigens mit ihrer grünen Pfeife gepfiffen, zur Beförderung in die Erwachsenen-Mannschaften hat sich die junge Schiedsrichterin jetzt eine neue, neon-orange-farbene Pfeife zugelegt. Welche Farbe es dann sein soll, wenn sie irgendwann mal in der Zweiten Liga der Männer pfeift, hat sich die Kastelerin noch nicht überlegt: „Vielleicht Gelb?“

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