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Allein gegen die Klasse

25.01.

Allgemeine Zeitung vom 25.01.2013 - MAINZ

Von Ines Klose

THEATER Frauenlob dient als Kulisse für Mobbing-Stück „Erste Stunde“

Er hat Angst, man sieht sie ihm deutlich an. Im Stück „Erste Stunde“ steht Jürgen Rickert als „der Neue“ zum ersten Mal vor seinen Mitschülern und versucht, die Situation nur schnell hinter sich zu bringen. „Ich gebe euch fünf Minuten. Fünf Minuten, in denen könnt ihr mit mir machen, was ihr wollt“, sagt der junge Mann, der überzeugend von Sebastian Schlicht gespielt wird. Er verkörpert für das Mainzer Staatstheater ein Mobbing-Opfer, das die direkte Konfrontation mit seinen potenziellen Peinigern sucht. Als Bühne dient ihm ein Klassenzimmer im Frauenlobgymnasium, in dem Jürgen allein vor der gesamten Klasse steht.

Die Außenseiterposition der Figur korreliert mit der räumlichen Situation des Schauspielers.

Eine Schulstunde lang fordert Jürgen die Schüler auf, ihn zu bestehlen, zu beschimpfen oder zu verprügeln. Sebastian Schlicht provoziert sein Publikum, das anfänglich in erster Linie irritiert ist. Dafür wird Jürgen streckenweise auch selbst zum Täter: „Vielleicht sollte ich euch mobben? Ja? Ok.“ Das Resümee nach dem Wutausbruch ist deutlich - wenn das Opfer zum Täter wird, ist es wirklich besiegt.

Nach und nach schafft es Sebastian Schlicht mit einer Mischung aus Anklage, aggressiver Konfrontation sowie Traurigkeit das Eis zu brechen und die Schüler selbst in die Inszenierung einzubinden. Plötzlich leitet die Figur den Unterricht. Die Welt in dem Klassenzimmer scheint wieder normal zu sein, denn vorne steht jemand, der abfragt und die Schüler melden sich. Doch die Illusion zerbricht schlagartig, als Jürgen erzählt, dass er nur deshalb so viel über Geografie weiß, weil ehemalige Mitschüler ihn 18 Stunden lang in einen Kartenraum einsperrten. Mit moralischem Zeigefinger wirft er die Frage in den Raum, womit jemand so etwas verdient hat. Weder Jürgen noch die Schüler finden im späteren Gespräch eine Antwort - weil es keine gibt.

Als Jürgen am Ende des Stücks die Flucht ergreift, bleiben Fragen offen. Die wichtigsten versucht der betreuende Theaterpädagoge Mirko Schombert im anschließenden Dialog mit den Schülern gemeinsam zu klären. Dabei regt er zum Nachdenken und zum selbstkritischen Blick auf das eigene Verhalten an. Das Fazit, das die Schüler ziehen: Mobbing kann jeden irgendwann treffen. Auch den Täter.

Das Wort „mobben“ fand im deutschen Rechtschreibduden zum ersten Mal im Jahr 1996 Erwähnung. Nur zehn Jahre danach wird Jörg Menke-Peitzmeyer mit dem Autorenförderpreis 2006 der Landesbühnen für seinen Theatertext „Erste Stunde“ geehrt. Sieben Jahre später findet die Premiere in Mainz am Frauenlobgymnasium statt.

Weitere Vorführungen an Schulen sollen folgen und können individuell mit Mirko Schombert vereinbart werden.

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Kommentar von Veronika | 15.02.2013

Finde die Idee und die Ausführung toll1!!
Dieses Thema kommt meistens erst zur Sprache,wenn es "zu spät" ist und jemand zum Opfer geworden ist.
Weiter so,hoffe das dieses Stück noch viele Leute sehen können.