Diskussion der Sozi-Lks mit Landtagsabgeordneten

14.11.

Nicht erst seit den US-Wahlen 2016 ist der neunte November von großer politischer Bedeutung. Daher nutzen Landtagsabgeordnete diesen Tag, um landesweit mit Schülern ins Gespräch zu kommen. So diskutierten am Mittwochnachmittag Johannes „Klojo“ Klomann (SPD), Gerd „Gärtsche“ Schreiner (CDU) und Daniel „Köbi“ Köbler (Bündnis90/DieGrünen) unter der Moderation von Franziska V. und Dominik F. (beide aus der 10) mit den Sozi-Leistungskursen 10-12. Neben ihren Spitznamen (siehe oben) verrieten die Volksvertreter vor allem ihre Positionen über Integration und Bildungspolitik.

Große Einigkeit herrschte in der Ablehnung von Obergrenzen für Flüchtlinge in Deutschland, da sie nicht durchsetzbar und inhuman seien. Gerd Schreiner verwies aber darauf, dass es auch innerhalb der SPD und der CDU in dieser Frage andere Positionen gebe. Auch in der Sinnhaftigkeit von Starter-Klassen und der Notwendigkeit, mehr Mittel für die Integration einzusetzen, stimmten die Abgeordneten tendenziell überein. Deutlich wurde hier nur ein Unterschied, der sich dann auch in der Bildungspolitik zeigte: Bei der Finanzierung erwünscht sich Daniel Köbler mehr Engagement durch den Bund, da dort auch der Großteil der Steuereinnahmen hinginge. Gerd Schreiner hingegen argumentierte gegen das Verwischen von Zuständigkeiten und forderte Politiker, die an ihrer Stelle nicht auf andere Ebenen verweisen, sondern selbst Verantwortung übernehmen.

Inhaltlich waren alle drei Politker der Meinung, dass kein Zentralabitur eingeführt werden sollte. Einwände der Schüler, dass das aktuelle System aber Ungerechtigkeiten mit sich brächte, entkräfteten sie mit den Vorteilen der individuellen Schwerpunktsetzung und der besseren Vorbereitung auf universitäres Arbeiten im aktuellen System. Einzig Gerd Schreiner erwähnte, dass natürlich eine zentrale Prüfung eine bessere (Leistungs-)Kontrolle der Lehrer bewirken würde. Interessanterweise sahen auch alle drei das Problem eher in der Reduktion des Unizugangs durch reine Noten. Diese „Zettel-“ und NumerusClausus-Hörigkeit in Deutschland würden sie lieber durch individuelle Eignungstest an den Unis ersetzen, um besser zur Geltung zu bringen, wie geeignet jemand ist, statt welche Noten er hat. Konkrete Maßnahmen oder Gesetzesentwürfe dazu sprachen sie aber nicht an.

Es gab zwar noch Unterschiede in der Sichtweise über die Notwendigkeit eines Schulfachs „Neue Medien“, aber grundsätzlich waren die drei Politiker in den genannten Themen zumindest kompromissorientiert, wenn nicht einig.

In der freien Fragerunde wären sicher noch die Ereignisse in den USA zum Thema geworden, aber dann kam wieder der bedeutsame neunte November zum Tragen, da die Abgeordneten zur Gedenkveranstaltung in die Synagoge mussten.

Mit Blick auf die aktuellen politischen Ereignisse weltweit und die anstehenden Bundestagswahlen im kommenden Jahr war das sicher nicht die letzte Gelegenheit für unsere Schüler, ähnlich konstruktiv, aber dann vielleicht etwas kontroverser mit Politikern ins Gespräch zu kommen.  

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