Informatik als Pflichtfach in der Mittelstufe? Bildung für die Zukunft

12.12.

Informatik als Pflichtfach in der Mittelstufe? Gehört Informatik zur notwendigen Allgemeinbildung?  Wie kann man Schülern informationstechnische Grundlagen so vermitteln, dass sie auch die zukünftige Technologie verstehen? Wo steckt überall Informatik drin?

Das waren Fragen, um die es am Mittwochabend in unserer Aula ging. Interessante Vorträge und Diskussionen bot die von der ARGE initiierte Veranstaltung der Reihe „Mainzer Bildungsimpulse“, organisiert und geleitet von Uwe Geisler.

Ausgehend von der Überlegung, dass jetzige Fünft- und Sechstklässler erst in ca. 10 bis 15 Jahren in die Berufswelt eintreten, muss man sich fragen, wie man Schülern z.B. den Umgang mit Office 2013 so vermitteln kann, dass sie in der Lage sein werden, auch Office 2023 bzw. 2028 zu verstehen. „Wir müssen weg von einer abfragewissenorientierten Schule hin zu einer Schule, in der in Kontexten gelernt wird.“, fordert der erste Redner, Prof. Dr. Eckardt Modrow vom Institut für Informatik an der Universität Göttingen. Dr. Modrow, selbst Mathematik-, Physik und Informatiklehrer, führt u.a. informatikdidaktische Projekte mit Lehramtsstudenten durch und nennt ein Beispiel: In einer Grundschule wurden große Playmobilpuppenhäuser aufgestellt und die Kinder hatten die Aufgabe, diese Häuser „einzurichten“ und „auszustatten“. Gemeint waren nicht Möbel, sondern Technologie: Die Kinder entwickelten eigene intelligente Alarmanlagen, Fenster, die bei Regen selbst schließen, automatische Lichtausschaltungen für vergessliche Hausbewohner usw. „Ein solches Lernen im Kontext ist nachhaltig und macht dazu noch großen Spaß“, meint Modrow und plädiert dafür, Informatik zum Pflichtfach in der Mittelstufe zu machen.

 

Ganz andere Möglichkeiten der „Informatik“ nutzt die Kulturwissenschaftlerin, Performance- und Medienkünstlerin Carmin Karasic und ist ständig auf der Suche nach innovativen Ausdrucks- und Anwendungsformen. Als Hackerin erwarb sie sich das nötige Know-how und kreiert nicht nur „digital art“, sondern setzt diese als Mitglied des „Electronic Disturbance Theatre“ auch für politische Aktionen. Zur Zeit entwickelt sie mit einem Kollegen android apps wie „Phone Orchestra 2014“ und die „Virtual Soapbox 2014“. In ihrem englischen Vortrag gab sie dem Publikum eine Kostprobe einer ihrer künstlerischen digitalen Fotobearbeitungen, die auf ihrer Website zu sehen sind: http://www.carminka.net

Uwe Geisler, der nicht nur Unternehmer und Volkswirt ist, sondern sich auch als Eltern-Aktivist, als Science Communicator und Informatik-Evangelist sieht, führte durch den Abend und rundete die Veranstaltung ab, indem er Programmiermöglichkeiten vorstellte und das Publikum einbezog.

Alles in allem war es eine anregende, zukunftsweisende Veranstaltung in lockerer Atmosphäre mit interessanten Diskussionen. Wir danken der ARGE und den Rednern für diesen Abend!

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