FLG zu Gast in St Paul

07.06.

Am Dienstagmorgen, den 17. Mai, versammelten wir - 30 Schüler und Schülerinnern der Klassenstufen 7 und 8 - uns an der Busbucht vor dem Schloss. Um acht Uhr ging es dann endlich los, acht Stunden Fahrt nach St. Paul. Während der Fahrt legten wir mehrere Pausen ein, in denen wir feststellten, dass der Toilettengang auf Raststätten eine teure Angelegenheit werden kann. Acht Stunden später zu unser aller Erschöpfung war das Ziel endlich in Sichtweite. Leider hatten unsere Austauschpatner und Partnerinnen an diesem Tag früher Schluss und einige, bzw. die meisten von uns mussten ungefähr eine halbe Stunde auf die Ankunft der Franzosen an ihrer Schule warten.L Den Abend verbrachten wir, weil eine Begrüßung aufgrund der Lehrerkonferenz ausfielL, schon ab ca. 17 Uhr in den Gastfamilien. Zu unser aller Erstaunen wurde etwas später als in Deutschland gegessen, trotzdem ist keiner verhungert.

Am Mittwochmorgen versammelten wir uns vor der französischen Schule, um nach Chamonix (Mont Blanc) zu fahren. Dafür hatten wir extra warme Kleidung mitgenommen oder angezogen, da uns erzählt wurde, dass es relativ kalt werden würde. Nichts da! Strahlender Sonnenschein und wir haben unter unseren Pullis und Jacken geschwitzt. Aber erst einmal zur Hinfahrt. Wir fuhren mit einem Schulbus auf einer sehr kurvigen und schmalen Strecke, auf der der Abgrund direkt neben der Straße war. Bevor wir ins Zentrum von Chamonix gingen, besuchten wir einen Tierpark auf einem Berg, direkt gegenüber des Mont Blanc. Im Tierpark angekommen wurden wir in vier Gruppen mit Deutschen und Franzosen aufgeteilt. In diese Gruppen gingen wir rund zwei Stunden durch den Park, in dem man unter anderem Lamas… und den Mont Blanc bestaunen konnte. Aus dem Tierpark raus wurde erst mal gegessen. Verwundert hat uns, dass die Franzosen fast jedem ein kleines Päckchen mit Chips zum Essen mitgegeben haben. Satt und mit vollem Bauch fuhr der Busfahrer uns in die Stadt Chamonix, die als Wintersportort für Reiche bekannt ist. Das bemerkt man auch an den Geschäften und den Essenspreisen, bei denen mancher vielleicht keinen Hunger mehr hatte. Z.B.: eine Kugel Eis 3,00€.

Am Donnerstag, unserem dritten Tag in Frankreich, beehrten wir die Franzosen mit unserer Teilnahme am Unterricht. An diesem Tag hatten wir z. B. Französisch, Geografie, Deutsch und Englisch. Der Unterricht ist dem in Deutschland sehr ähnlich, aber die Lehrer sind deutlich strenger. In der Mittagspause, in der keinem wirklich klar war, wo man jetzt zum Essen hin muss, vermisste so mancher unser Schulessen von Sander. Ich finde, der beste Unterricht war der Deutschunterricht, da man alles verstanden hat.

Am Freitagmorgen versammelten wir uns wieder vor Schule, dieses mal aber ohne dass ein Bus für uns bereitstand. Wir wanderten nämlich durch zwei verschiedene Arten von Gebieten, die es um die Schule gibt. Diese wurden uns von einem ortskundigen Guide gezeigt, der leider nur Französisch konnte, aber Frau Huff und Frau Xhonneux haben super übersetzt. Im ersten Gebiet - es war das Feuchtere der beiden- konnte man Sümpfe und Moore bestaunen. Solche Art von Naturgebieten gäbe es in unseren Breiten eigentlich nicht, sie wären in Sibirien verbreitet. Der Herr erklärte uns auch, dass man mit dem Objekt, das auf dem Bild zu sehen sei, die Pflanzen zerkleinert, damit sie besser verrotten. Der gesamte Boden bestehe aus diesem Material. Darum federt es auch so gut, wenn man springt. Das Bodenmaterial reicht zehn Meter in die Tiefe, wobei es einen Zentimeter im Jahr zulegt. Danach liefen wir zum nächsten Gebiet, das eher trocken war und in dem man sich drei Sorten Gras anschauen konnte. Auf dem Weg hat der Guide uns eine fleischfressende Pflanze gezeigt, die ihre Nahrung auf ihre Blüte lockt und dort direkt verdaut. Etwas weiter kamen wir in einen bewachsenen Wald, in dem man ein Grasbüschel sehen konnte, das schon ziemlich alt war. Als wir mit unserem kleinen Rundgang fertig waren, fuhren wir gemeinsam nach Evian, ja, das Evian, wo das Wasser herkommt. In Evian besichtigten wir im Rahmen der Statrallye den Markt, auf dem es komplett andere Sachen gab als in Deutschland. Das Geruchserlebnis ist unbeschreiblich. Was wir uns außerdem anschauten, war das alte, aber durchaus schöne Rathaus von Evian, durchaus sehenswert. Am Schluss der Rallye besuchten wir noch die Quelle des Evian- Wassers, die hinter einer kleinen Villa auf einem Berg liegt. Fertig mit der Rallye fuhren wir nach Thonon. In Thonon picknickten wir an einem kleinem „Steinstrand“ des Genfer Sees. Als wir fertig mit dem Picknick waren, liefen wir an der Promenade hin zur Innenstadt, die auf einem Berg lag. Bei sehr starken Steigungen, bei denen jeder normale Mensch Treppen als Aufgang gebaut hätte, war… nichts. Also nach gefühlten 15 Minuten bergauf sind wir endlich in der Innenstadt angekommen. Nach unserer Meinung gab es nicht viel zu sehen, doch die Gebäude waren sehr schön.

Am Wochenende verbrachten wir Zeit mit den Familien unserer Austauschpatnern. Einig besuchten ein Freibad, andere fuhren nochmals nach Evian oder auch nach Genf. Wir sind nach Lausanne gefahren. Von Evian fährt eine Fähre nach Lausanne; die Fahrt dauert ca. eine halbe Stunde. In dieser Zeit hat man einen sehr schönen Ausblick auf die jeweils andere Seite des Genfer Sees. Das Erste was einem in Lausanne auffällt, sind die alten Häuser am Ufer von Lausanne, die sich aber durch die gesamte Stadt ziehen. Mit der Metro ist man innerhalb von 5 Minuten vom Ufer im Zentrum. Das Zentrum von Lausanne ist sehr hügelig. Dort gibt es fast dieselben Geschäfte wie in Deutschland. Besonders sehenswert in Lausanne ist das Olympische Museum am Ufer des Genfer Sees. Dort gibt es viel zur Geschichte der Olympischen Spiele zu sehen, aber auch Dinge, wie Kostüme von Eröffnungszeremonien. Zurzeit kann man auch die Sonderausstellung zu den Olympischen Spielen in Brasilien besuchen.

Am Montagmorgen fuhren wir, begleitet von strömendem Regen, zurück nach Deutschland, wo wir unsere Familie wiedersahen.

Im Großen und Ganzen war der Austausch eine gelungene Abwechslung zu einer „normalen“ Schulwoche.

Yannik J., 7d

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