Berlin - Ein Bericht des LKs Bildende Kunst 13

09.10.

Zu Beginn des neuen Schuljahres machte sich die gesamte MSS 13 auf den Weg nach Berlin, um „tolle Tage“ auf ihrer Studienfahrt zu erleben.

 

Der Leistungskurs Bildende Kunst besuchte neben den festen Programmpunkten „Bundestag“ und „Berlin Hohenschönhausen“ einige Kunstausstellungen in Berlin. So waren wir am ersten Tag im Bauhaus-Archiv, wo alle ihr Wissen aus dem Unterricht anwenden konnten. Wir besuchten außerdem die neue Kunsthalle der Deutschen Bank, wo wir zeitgenössische Kunst sahen, das Pergamon-Museum auf der Museumsinsel und die Retrospektive über Meret Oppenheim im Martin-Gropius-Bau, die alle sehr spannend fanden. Auch waren wir am ersten Grenzübergang von 1989 in der Bornholmer Straße sowie in der Bernauer Straße, wo wir eine Führung zum Leben direkt an der Mauer erleben durften. Aber auch am Abend gab es teilweise ein gemeinsames Programm wie die Show im Friedrichstadtpalast oder der letzte Abend an der Spree...

 

                                               Shoppen, Chillen, Berlin erleben

Berlin hat viel zu bieten! Egal ob im modernen Einkaufszentrum am „Alex“ oder in den im Jugendstil erbauten Hackeschen Höfen mit exklusiven Designerläden -  die Hauptstadt bietet viel Platz für Kreativität und Individualität.

Wer es eher ruhiger mag kann in zahlreichen Cafés und Bars auch mal die Seele baumeln lassen und den hektischen Alltag vieler an sich vorbei ziehen lassen.

Kulturelles ist auch für „Berlinneulinge“ dank zahlreicher Verbindungen einfach zu entdecken. Ob Checkpoint Charlie, Unter den Linden oder das multikulturelle Kreuzberg und Szeneviertel - Berlin hat viele Fassetten.

Abends laden schicke Bars, z.B. am Spreeufer zum Tanzen, Feiern oder einfach zum Ausklingen eines ereignisreichen Tages ein.

Ein großes Highlight speziell der diesjährigen Fahrt war der Besuch des Kunst LKs im Friedrichstadtpalast. Hier präsentierten grandiose Künstler ein großes Varietéprogramm von Tanz über Gesang und Akrobatik. Tolle Wasserspiele, riesige Seifenblasen und ein Wasserfall, der dank aufwendiger Lichttechnik funkelte wie aus Diamanten gaben der Show ihre Extravaganz. Seilkünstler, ein großes Corps de ballet, aufwendige Kostüme und Sänger bildeten den Kern der Show. Tosender Applaus und Begeisterung waren die Folge! Ein gelungener Abend!

Alles in allem ist Berlin ein einziges kulturelles Erlebnis, dass man sich nicht entgehen lassen sollte! 

Eva.M

 

                                    Ausflug nach Berlin-Hohenschönhausen

 

„Was glaubt ihr denn, wer hier vor euch steht, Ex-Knacki oder Verhörer?“

Mit dieser Frage nimmt uns der Zeitzeuge in Hohenschönhausen erstmal den Wind aus den Segeln. Schon beim Betreten des ehemaligen Stasigefängnisses merkt man die bedrückte Stimmung, die hier herrscht. Heruntergekommene Gebäude, aufgeplatzter, grauer Beton, stickige Luft.

Als er uns in die Kellerräume führt, kommt noch Nässe und Enge hinzu. „Hier unten waren nur die Gefangenen bis in die 50er Jahre“, erklärt der Zeitzeuge uns.

Wir betrachten Gummizellen und Folterwerkzeuge. Als wir nach oben kommen, atmen Einige auf.

 

Die Zellen die bis in die 80er genutzt wurden, sind zwar ein wenig angenehmer, weil sie ebenerdig liegen, aber nicht weniger trist. Sie wurden nur teilweise rekonstruiert, aber die Wirkung durch den Türschlitz ist immer noch da. Als wir aus eine der Zellen, rausgehen, demonstriert uns der Zeitzeuge, welchen Beklemmungen die Häftlinge hier ausgesetzt waren – Psychoterror: Ständige Kontrolle, ruhelose Nächte, wahllose Verlagerungen ohne jegliches Muster. Auch die Verhörräume zeugen von dieser Art der psychischer Folter. Kaum vorstellbar, wie unser Zeitzeuge es hier aushalten kann – denn natürlich ist er ein „Exknacki“. Er erzählt viel aus seinem Leben hier und davor und auch danach. Auf seinem Arm steht „Pink Floyd“, denn er ging, wie einige andere wegen seiner Leidenschaft für Musik und seiner Lebenseinstellung hinter Gitter – ein Hippie. Wie er sich seine Klarheit bei all dem Psychoterror bewahren konnte? Durch Gemeinschaft, Freunde, Familie, die einen auffangen, erklärt er. Und am Ende gibt er uns noch einen Rat: Lebt euer Leben und macht euch nicht zu viele Sorgen. Und so verlassen wir diesen tristen Ort, der uns wohl noch einige Zeit in Erinnerung bleibt, mit einem guten Abschluss.

 

Gesa K.

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