Fingerzeig für den neuen OB

25.05.

AZ vom 25.05.2011

THEATERSTÜCK Frauenlob-Gymnasiasten führen „Das rote Haus in einer kleinen Stadt“ im Altenheim auf

(awo). Die Geschichte des Theaterstücks der Frauenlob-Gymnasiasten: In einer kleinen Stadt wird ein neuer Bürgermeister gewählt. Er verspricht, ein gutes Stadtoberhaupt zu sein und hat auch gleich neue Ideen im Gepäck. Die Einwohner feiern ihn zunächst frenetisch. Als er die Bürger allerdings durch einen allzu autoritären Führungsstil in deren Individualität beschneidet, regt sich erster Widerstand. Die bis dahin blinde Gefolgschaft beginnt gegen den Bürgermeister zu revoltieren - und setzt sich letztlich durch. Die Geschichte mag lediglich fiktiv sein. Und dennoch ist sie aus gegebenem Anlass aktuell, wie Friederike Kauntz versichert. Kauntz ist Leiterin der Theater-AG des Frauenlob-Gymnasiums. Unter ihrer Regie führten 18 Jugendliche aus der Orientierungsstufe das Theaterstück „Das rote Haus in einer kleinen Stadt“ im St. Bihildis-Altenheim auf. Die Aufführung zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei bewusst gewählt und als „moralischer Zeigefinger“ zu verstehen, wie die AG-Leiterin erklärte. Das Theaterstück aus der Feder von Schriftstellerin Elisabeth Borchers entstand vor gut 50 Jahren und wurde 1969 als Buch veröffentlicht.

Ein gesellschaftskritisches Theaterstück, gespielt von Zehn- bis 12-Jährigen? Kein Problem für die Nachwuchsschauspieler, wie Kauntz stolz berichtete. Die Jugendlichen hätten keine Berührungsängste mit dem anspruchsvollen Thema gehabt. „Normal spielen die Kinder lieber niedlichere Stücke. Aber dieses hier kam gut bei ihnen an, weil nicht nur zwei oder drei Kinder gleichzeitig auf der Bühne stehen konnten, sondern alle aktiv werden durften“, so Kauntz. Die Schauspielkünste der Jugendlichen überzeugten auch das Publikum, das während der 40-minütigen Aufführung begeistert Beifall spendete. Ein besonderes Lob verdiente sich die elfjährige Lea Beck, die die Hauptrolle des Bürgermeisters verkörperte. „Das sieht man, dass sich die Kinder richtig mit den Rollen identifiziert und nichts nur stur auswendig gelernt haben“, lobte Kauntz den Auftritt ihrer Schützlinge.

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