Mainzer Schulen Frauenlob und IGS Anna Seghers erhalten durch Neubauten völlig neuen Charakter

23.07.

Wenn die Baudezernentin derzeit eine Baustelle besichtigt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine Kita oder eine Schule handelt – die entweder neu gebaut, vergrößert oder saniert wird. Und während Mensa und Sporthalle der IGS Bretzenheim sowie die Mensa des Otto-Schott-Gymnasiums sozusagen in den letzten Zügen liegen und nach den Sommerferien in Betrieb genommen werden, geht es im Frauenlob-Gymnasium jetzt erst so richtig los.

Vor einem Jahr wurde der ungeliebte und völlig marode Stelzenbau endlich abgerissen, jetzt ist auf dem Schulareal endlich zu sehen, dass sich etwas tut: Derzeit werden die Bohrpfähle für den Neubau in den Boden getrieben. Nach derzeitigem Planungsstand 8,3 Millionen Euro investiert die Stadt in die Maßnahme, „und was hier nicht steht, wird nicht alltäglich“; verspricht Marianne Grosse.

Gläsernes Treppenhaus

Als eine von zwei Schulen in Mainz – bei der anderen handelt es sich um die IGS Bretzenheim – wird das Frauenlob eine von Schülern und Lehrern nutzbare Dachterrasse bekommen. „Sie ist von der Bibliothek aus begehbar und befindet sich auf dem Dach der Mensa“, erklärt die Baudezernentin. Zweites „Schmankerl“ des neuen Schultraktes: Er wird durch ein gläsernes Treppenhaus mit dem denkmalgeschützten Altbau verbunden. „Sogar der Giebel bleibt sichtbar“, betont Grosse. Zu Beginn des Schuljahres 2013/14 soll der Neubau bezogen werden, bis dahin müssen viele Schulklassen noch in Containern unterrichtet werden.

Die größte Schulbaustelle wird sich demnächst aber in der Oberstadt befinden. Für 19,5 Millionen bekommt die IGS Anna Seghers zwei große Neubauten, zwei sanierte Gebäude – und im Grunde ein völlig neues Gesicht. „Wir stellen diesen Schulstandort baulich auf völlig neue Füße“, verspricht die Baudezernentin.

Wie die benachbarte Kita Berliner Siedlung wird auch der Neubau, der im ersten Bauabschnitt entsteht, in der sogenannten Modulbauweise errichtet. „Das ist schneller und kostengünstiger – bei sehr hoher Qualität“, betont Grosse. Für den Neubau mit 24 Klassenräumen läuft derzeit das Ausschreibungsverfahren, schon im nächsten Frühjahr soll er bezugsfertig sein.

Campusartiger Charakter

Etwas länger wird Neubau Nummer 2 brauchen, er kann nicht aus Modulen zusammengesetzt werden. In diesem zweiten Bauabschnitt entsteht der Trakt mit Mensa, Großküche (die GPEkocht hier später bis zu 1.500 Essen pro Tag frisch, rund 350 davon für die IGS) und Verwaltung soll dann 2014 fertiggestellt werden. Anschließend geht es an die Sanierung von zwei neueren Gebäuden, bei denen sich der Erhalt lohnt. Die Schule werde einen campusartigen Charakter bekommen, der alte Baumbestand konnte erhalten werden, so Grosse. Zudem erhält die IGS ein völlig neues, repräsentatives Entree an der Geschwister-Scholl-Straße.

Um den Bedarf an Kindergartenplätzen möglichst decken zu können, werden derzeit auch mehrere Kitas geplant, gebaut oder stehen kurz vor der Fertigstellung. Doch was ist mit den bereits bestehenden Tagesstätten und Schulen, die immer wieder Handlungsbedarf melden? „Der Sanierungsstau ist leider viel zu hoch“, räumt Grosse ein. Die Aufsichtsbehörde ADD schreibe der Stadt jedoch genau vor, welche Maßnahmen umgesetzt werden dürften. „Und das sind nur die absolut notwendigsten.“ Dennoch: Alle Mainzer Schulen und Kitas seien in einem „respektablen Zustand. Da steht nichts vor dem Zusammenbruch.“

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