Heute beginnt der Abriss

03.08.

Allgemeine Zeitung vom 03.08.2011

Von Bernd Funke

FRAUENLOB-GYMNASIUM Stelzenbau kommt weg / Platz für Neubau


„Herr Bliemeister, darf ich?“ Die Zustimmung des Frauenlob-Direktors lässt den Abiturienten jubeln. Gemeinsam mit Klassenkameraden versucht er (ob der Sicherheitsverglasung zunächst vergeblich), eine Scheibe des „Stelzenbaus“ auf dem Schulhof des Gymnasiums einzuwerfen. Schließlich klirrt es doch - und keiner der Umstehenden, weder Baudezernentin Marianne Grosse noch Schuldezernent Kurt Merkator schreitet ein. Denn: Für den Abriss des in die Jahre gekommenen Anbaus des Frauenlob-Gymnasiums ist bereits der Bagger angerückt.

Eigentlich hätte Marianne Grosse das gelbe Ungetüm zumindest für die Fotografen bewegen sollen, die die Arbeiten fangen erst heute an. „Noch in den Ferien, wie versprochen“, freut sich die Baudezernentin und entschuldigt den recht späten Abbruchstart: „Wir haben unser Bestes getan.“

Gut acht Millionen Euro soll der an Stelle des Stelzenbaus entstehende, aber deutlich größer dimensionierte Neubau kosten. Und Schuldezernent Merkator bekräftigt, was alle Umstehenden, einschließlich Neustadt-Ortsvorsteher Niko Klomann, längst wissen: „Wir brauchen die Erweiterung.“ Der Neubau neben der baulichen „Patchworkschule“ (so Merkator), deren Hauptgebäude 1906 errichtet wurde, wird 39 Klassensäle aufnehmen, die neue Mensa, Bibliothek und Medienräume. Bis dahin werden allerdings, so schätzt Marianne Grosse, noch zwei Jahre ins Land gehen. Nach dem Abriss des Stelzenbaus gebe es zunächst „eine kleine Baupause“ bis zum Herbst geben. „Wir müssen die Haushaltsberatungen abwarten.“

Elternsprecher Bernd Hientzsch erinnert an kontrovers geführte Diskussionen, an Sicherheits- und Lärmbedenken, die geäußert worden seien: „Im vergangenen Jahr konnten wir auch den Eltern unserer neuen Schüler keine Perspektiven aufzeichnen.“ Den Abriss und den sich abzeichnenden Neubau kommentiert der Elternsprecher: „Das hätten wir uns früher gewünscht.“ Und Joachim Bliemeister lenkt ein: „Wir vertrauen auf die Worte und Zusagen der Politiker.“

Zurück

Einen Kommentar schreiben