Schulausflug zum Staatstheater Mainz

16.06.

Eines Morgens im Deutschunterricht der Klasse 8c kam unsere Lehrerin Frau Winter mit der Idee, doch mal wieder einen Schulausflug zu machen. Da wir in Deutsch gerade das Drama „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller behandelten, bot sich ein Ausflog ins Staatstheater Mainz an. Das Erstaunliche war, dass dieser Ausflug dann auch wirklich relativ zeitnah stattgefunden hat, was bei Schulausflügen geradezu eine Seltenheit ist.                                                                                                                                                  

Eines Tages war es dann so weit: Wir besuchten das Theater. Nach unserem Eintreffen wartete dort auch gleich ein netter Herr (der Vater von einem Kind aus unserer Klasse, der beim Theater arbeitet) auf uns, der eine Führung für uns geplant hatte. Zu Beginn der Führung durften wir die Bühne im großen Haus besichtigen. Auf dieser war das Bühnenbild der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner aufgebaut (eine übrigens trotz ihrer epischen Länge sehr sehenswerte Oper). Wir konnten uns ansehen, wie die unterschiedlichen Bühnenteile bewegt werden und einen Blick auf die riesigen Mengen an Technik hinter der Bühne werfen z.B.  Scheinwerfer. Nachdem wir noch etwas Spaß mit dem drehbaren Mittelteil der Bühne hatten, ging die Führung im Archiv des Theaters weiter.

Im Archiv steht Zeug. Sehr viel Zeug. Unter anderem Stühle, Tische, Kunstpflanzen, Schränke, eine beachtliche Sammlung an Kühlschränken und große Mengen an Kleidern. Diese werden übrigens in großen, tresorähnlichen Schränken aufbewahrt. Nach dem Archiv haben wir eine sehr kleine Bühne in einem der vielen Untergeschosse des Theaters besucht. Dort stand ein Bühnenbild, das lebendige afrikanische Riesenschnecken beinhaltete. Diese possierlichen, ungefähr handtellergroßen Tierchen leben wohl dauerhaft im Theater und sind anscheinend nicht nur für dieses Stück geliehen worden.

Danach ging die Führung in den diversen Werkstätten weiter. In der Maskenbildnerei konnten wir uns zum Beispiel  Perücken anschauen. Da diese größtenteils aus echtem Menschenhaar geknüpft werden, sind sie sehr teuer. Z.B 60 Gramm blondes Menschenhaar sind im freien Handel für ungefähr 80 Euro zu haben. Außerdem stecken in den Teilen auch viele Stunden Handarbeit. Durch die Schreiner- und Malerwerkstatt konnten wir leider nur kurz durchgehen. In letzterer bekamen wir aber noch erzählt, dass die Farbherstellung weitgehen vor Ort  geschieht und wir konnten einen Blick auf die dafür nötigen immensen Mengen an unterschiedlichen Pigmenten werfen.

Alles in allem war die Führung sehr lehrreich und unterhaltsam, obwohl sie (wie alle schönen Dinge im Leben) leider zu kurz war.

Niklas I. 8c

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