Frauenlob-Aula wird zur Psychiatrie

von Nicole Weisheit-Zenz
Im Mainzer Frauenlob-Gymnasium wurde ein doppeltes Spiel gespielt. Die Schauspielgruppe sorgte mit dem Stück „Ein genial verrückter Coup“ für gute Unterhaltung.
NEUSTADT - Ordensfrau oder Ordnungshüter? Wahnvorstellungen oder wirklich raffiniert? Doppeltes Spiel wurde gespielt in der Aula des Frauenlob-Gymnasiums, die an zwei Abenden zur psychiatrischen Klinik wurde. Zur Aufführung brachte die Schauspielgruppe des FLGs das Stück „Ein genial verrückter Coup“ von Martina Röhrich, die Regie lag in den Händen von Martin Mattheis.
Das Schuljahr über hatten die jungen Darsteller aus den achten bis elften Klassen geprobt. Sie konnten ihre Ideen einbringen, Kostüme und Requisiten beisteuern. Von der Technik-AG wurden sie tatkräftig unterstützt, künftige Abiturienten sorgten für das Catering.
Überzeugend versetzten sie die jungen Schauspieler nun in die unterschiedlichen Charaktere: Mohamed Adou gab sich als Modezar aus, Sarah Mohr fühlte sich von Außerirdischen verfolgt und Finja Beck mimte Don Quichotte. Verrückt zu sein, war für die Drei allerdings nur ein Vorwand. Freiwillig hatte sich die Ganovenbande in der Klinik „eingemietet“, um unbemerkt den nächsten Überfall zu planen: Während in der Stadt ein Feuerwerk zur Jahrfeier gezündet wurde, sollte das Dynamit hochgehen und der benachbarte Juwelier beklaut werden.
Soweit, so durchdacht. Wären da nicht ständig hochkochender Streit sowie Spitzfindigkeiten zwischen früheren Partnern oder ein Polizist (Valentin Grünewald), der von der Sache Wind bekommen hätte. Inkognito beobachtete er die Gangster, getarnt als Nonne, was viele im Saal zum Kichern komisch fanden. Die Stimme und Körpersprache entsprechend anzupassen, war gar nicht so leicht. Katharina (alias Tekla Beridze) ließ ihre weiblichen Reize spielen und verdrehte nicht nur ihm den Kopf. Auch dem Juwelier (Magnus Treber) hatte sie es angetan. Mit amüsantem Sprachfehler fühlte er sich als „Nasakova“, der „Flück mit Grauen“ hat.
Anbandeln war auch angesagt beim Hausmeister (Cederik Schupritt), der sich als Held zeigte und das Herz der Stationsärztin (gespielt von Stina Thum) eroberte. Ihr Können zeigten auch drei weitere Nachwuchsschauspielerinnen: Frida Hötzel als verständnisvolle junge Ärztin, Lilly Adam als resolute Krankenschwester und Hiba El Aouina als Putzfrau. Mit der deutschen Sprache hatte sie in dieser Rolle ihre liebe Mühe und die Lacher auf ihrer Seite.
Als die geraubten Juwelen tags darauf im Trubel eines Wasserschadens verschwanden, gerieten alle in Verdacht, bis das spannende Geschehen eine weitere überraschende Wendung nahm. Stürmischen Applaus gab es für die Schauspielgruppe.
Beeindruckt war auch Leiter Martin Mattheis: In den vergangenen Monaten hätten seine Schützlinge zusammen viel auf die Beine gestellt und sich persönlich weiterentwickelt, an Selbstvertrauen gewonnen, auch übers Theaterspiel hinaus.
 

 

Am Sonntag spielte die Schauspielgruppe noch einmal im Lichtspielhaus Ginsheim (https://lichtspielhaus-ginsheim.de/):

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